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Das beste Aroid-Substrat mischen – Wurzelgerechte Mischungen für Philodendron, Anthurium & mehr

Hör auf, nach der perfekten Mischung zu suchen – fang an, eine reaktionsfähige zu entwickeln.


Endlich hast du dieses seltene Philodendron-Exemplar ergattert. Du hast ihm dein bestes grob strukturiertes „Aroid-Substrat“ gegönnt. Anfangs sah alles gut aus. Doch dann verlangsamte sich die Bildung neuer Triebe. Wurzeln begannen zu bräunen. Die Pflanze stagnierte – oder starb.


Die Ursache lag wahrscheinlich nicht an Licht, Luftfeuchtigkeit oder Topf – sondern am Substrat.


Die meisten Aronstabgewächse wachsen nicht in dichter Erde. Sie breiten sich über Waldböden aus, erklimmen Baumrinden oder wurzeln in Überflutungsgebieten – trotzdem behandeln viele sie, als hätten sie alle dieselben Ansprüche. Diese Abkürzung schadet langfristig.


Wichtig zu verstehen: Aroids haben im Laufe der Evolution sehr unterschiedliche Wurzelsysteme entwickelt – angepasst an völlig verschiedene Lebensräume. Und deine Mischung muss genau dazu passen.


Hände halten eine wurzelnackte Anthurium crystallinum über einem transparenten Topf und grob strukturiertem Aroid-Substrat aus Rinde, Perlit und Kokosfaser
Mit der richtigen Struktur: Dieses Anthurium crystallinum ist bereit für eine wurzelfreundliche Mischung mit Fokus auf Luftzufuhr, Textur und Anpassungsfähigkeit.airflow, texture, and adaptability.


In diesem Leitfaden erfährst du, wie du:




Egal ob du Anthurium veitchii, Philodendron gloriosum, Alocasia zebrina oder Colocasia esculenta pflegst – dies ist deine Wurzel-zuerst-Strategie für gesündere Pflanzen.


Gute Aroid-Pflege beginnt immer unter der Oberfläche.



1. Die 3 goldenen Regeln für Aroid-Substrate

Bevor wir über Zutaten oder Mischungsverhältnisse sprechen, solltest du diese drei Grundprinzipien kennen. Sie gelten für jede Art und jede Haltungsform.


Luftzufuhr ist wichtiger als Drainage

Die meisten Aroid-Wurzeln sterben nicht durch zu viel Gießen, sondern durch Sauerstoffmangel. Eine dichte oder verdichtete Mischung hält Feuchtigkeit zu lange und blockiert den Luftaustausch. Selbst „gut durchlässige“ Substrate können Wurzeln ersticken, wenn sie im Laufe der Zeit in sich zusammenfallen.


Die Wurzelmerkmale bestimmen die Mischung

Velamen-überzogene Wurzeln brauchen schnelles Abtrocknen und eine Oberfläche mit Halt. Rhizome benötigen eine lockere obere Schicht. Dichte Feinwurzelsysteme brauchen biologische Aktivität. Es gibt kein universelles Rezept – nur strategische Anpassungen an den jeweiligen Wurzeltyp.


Beobachten schlägt Rezepte

Das gleiche Substrat verhält sich in verschiedenen Haushalten unterschiedlich. Topfgröße, Luftbewegung, Luftfeuchtigkeit und Gießrhythmus bestimmen, wie lange eine Mischung atmungsaktiv bleibt. Beobachtung – nicht Online-Rezepte – zeigt dir, wann du nachjustieren musst.



💡 Sieh dein Substrat als lebendes System, nicht als starre Formel. 

Es sollte sich mit dem Wachstum deiner Pflanze und den Veränderungen in deiner Umgebung mitentwickeln.


📌 Willst du verstehen, wie Aroids wirklich ticken? Lies unseren vollständigen Leitfaden dazu, wie diese Regenwald-Spezialisten wachsen und wurzeln.





Nahaufnahme von weißen und grünen Anthurium-Wurzeln mit frischen Spitzen und feinen Wurzelhaaren
Aktive Wurzelspitzen mit feinen Haaren sind ein klares Zeichen für ein gesundes Aroid-Wurzelsystem und eine funktionierende Substratstruktur.

  1. Aroid-Wurzeln verstehen – Unter der Oberfläche entscheidet sich alles


Selbst gesund wirkendes Grün kann verborgenen Wurzelstress kaschieren – die Mischung muss zur Funktion der Wurzeln passen, daran führt kein Weg vorbei. Darum beginnt jede Substratgestaltung mit einem Grundsatz:



📌 Die Wurzelstruktur bestimmt, was funktioniert.

Aroideen sind nicht nur Blattschmuckpflanzen. Ihre Wurzeln haben sich entwickelt, um unterschiedliche Herausforderungen zu meistern: sich in Rinde zu verankern, Überschwemmungen zu überstehen, am Boden zu kriechen oder in gesättigter Regenwaldstreu zu atmen. Ramachandran et al. (2025) geben einen umfassenden Überblick darüber, wie unterschiedliche Wurzelarchitekturen – auch bei Araceae – funktionelle Anpassungen an diese kontrastierenden Lebensräume ermöglichen. Dein Substrat sollte das widerspiegeln. Deine Mischung sollte genau diese Anpassungen widerspiegeln.



Die wichtigsten Aroid-Wurzeltypen

Wurzeltyp

Bildungsort

Hauptfunktion

Substratansprüche

Basalwurzeln

Basis des Stammes oder Knolle

Stabilität, Nährstoff- und Wasseraufnahme

Mäßige Feuchte, stabile Struktur, kontinuierliche Sauerstoffzufuhr

Adventivwurzeln

Knoten, Stängel, Internodien

Klettern, Verankern, Erkundung

Hohe Durchlüftung, grobe Struktur, griffige Oberfläche

Luftwurzeln

Überirdisch, oft mit Velamen

Gasaustausch, Haftung, gelegentliche Wasseraufnahme; Morphologie und Funktion können sich je nach Luftfeuchtigkeit verändern (Sheeran & Rasmussen 2023)

Rindenreicher, schnell abtrocknender Mix mit wenig feinen organischen Anteilen

Rhizomwurzeln

Aus waagerecht wachsenden Rhizomen

Nährstoffaufnahme, vegetative Vermehrung

Lockere obere Schicht, flache Porenstruktur, niemals versiegelt oder vernässt

Feindichte Wurzeln

Fein, faserig, stark verzweigt

Hohe Nährstoffaufnahme-Kapazität

Feuchtespeichernd, aber atmungsaktiv, biologisch aktiv

Aerenchym-Wurzeln

Von sumpfadaptieren Arten

Sauerstofftransport in sauerstoffarmen Umgebungen

Feucht, aber nicht staunass, mit Drainage und Luftaustausch im Topf



Was die Forschung zeigt

Studien über verschiedene Gattungen hinweg bestätigen: Sauerstoff und Porosität sind wichtiger als Drainage allein.


  • Marino et al. (2022): Schon eine Erhöhung der Substratdichte um 0,2 g/cm³ führte zu deutlichen Einbußen im Wurzelwachstum bei Philodendron.

  • McCready et al. (2020): Bei Sämlingen von Anthurium und Alocasia war Belüftung entscheidender als die Topfgröße – selbst bei optimaler Feuchte und Licht.

  • Ames & Lux (2022): Velamen-überzogene Wurzeln reagieren besonders empfindlich auf die Substratstruktur und bevorzugen rindenreiche, schnell abtrocknende Mischungen.



💡 Gute Aroid-Mischungen drehen sich nicht nur um Wasserabfluss – sie brauchen vor allem Luft. Bautista Bello et al. (2025) zeigen, dass kletternde Aroideen selbst innerhalb einer Gattung sehr unterschiedliche Wurzelanpassungen aufweisen – ein klarer Hinweis darauf, dass Substrate eher an die Wuchsform als an die Taxonomie angepasst werden sollten. Daawia et al. (2024) bestätigen, dass Speicherorgane knollenbildender Arten phasenabhängige Anpassungen bei Belüftung und Feuchtigkeitsmanagement erfordern.



Schnellübersicht: Wurzeleigenschaften und passende Substratstrategien

Wurzelmerkmal

Substratstrategie

Kein Velamen

Gleichmäßig feuchter, poröser Mix; keine verkrustete oder dauerhaft nasse Oberfläche

Velamen vorhanden

Schnell abtrocknende, luftige Mischung mit Rinde oder Holzkohle; wenig Torf oder Feinteile; Morphologie kann sich je nach Luftfeuchtigkeit verändern (Sheeran & Rasmussen 2023) – Oberflächentextur und Feuchterückhalt entsprechend anpassen

Rhizomwachstum

Lockere, atmungsaktive obere Schicht; Rhizom niemals vergraben

Adventivwurzeln

Grobe Struktur mit Halt; fördert Kletterfähigkeit und Anhaftung an Oberflächen

Feindichte Wurzelsysteme

Reich an Kompost, Wurmhumus oder Laubkompost; trotzdem gut belüftet

Aerenchymreiche Wurzeln

Feuchtespeichernd, aber atmungsaktiv; auch nässetolerante Wurzeln brauchen Luft


📌 Merke: Die perfekte Mischung für eine Pflanze kann eine andere zum Faulen bringen. Kenne den Wurzeltyp, bevor du mischst.



Hand hält Alocasia-Knollen und Sphagnum-Moos mit weißen, gesunden Wurzeln
Knollenbildende Aroideen wie Alocasia benötigen ein lockeres, atmungsaktives Substrat – und sollten niemals zu tief gesetzt werden.

3. Wuchsformen bestimmen die Substratansprüche – Eine Mischung passt nicht für alle


Zwei Anthurien, gleiche Gattung: Das eine klammert sich fünf Meter hoch an Baumrinde, das andere wächst aufrecht vom Waldboden.


Ihre Wurzeln – und damit ihre Substratansprüche – könnten nicht unterschiedlicher sein.


Darum gruppiert dieser Leitfaden Aroids nicht nach Gattung, sondern nach ihrer Wuchsweise. Die Lebensform in der Natur – ob kriechend, kletternd, aufrecht oder sumpfbewohnend – verrät wesentlich mehr darüber, was die Wurzeln benötigen.




Aroid-Wuchstypen im Überblick

Kriechend terrestrisch

Beispiele: Philodendron gloriosum, P. mamei

  • Wächst aus waagerechten Rhizomen, die auf oder knapp unter der Oberfläche liegen.

  • Kein Velamen, extrem empfindlich gegenüber Verdichtung.

  • Benötigt eine weiche, luftige obere Schicht, die Feuchtigkeit hält, ohne sich zu verschließen.



Kletternde Hemiepiphyten

Beispiele: Monstera deliciosa, Syngonium podophyllum

  • Starten im Boden und klettern mit der Zeit.

  • Entwickeln später Velamenwurzeln.

  • Brauchen eine rindenreiche, strukturierte Mischung, die sowohl bodenständige als auch Luftwurzeln unterstützt.



Aufrecht terrestrisch

Beispiele: Dieffenbachia seguine, Spathiphyllum wallisii, Anthurium regale

  • Wachsen aus einer zentralen Krone mit faserigen oder fleischigen Wurzeln.

  • Bevorzugen moderate Feuchtespeicherung, stabile Struktur und biologisch aktives Substrat.



Epiphyt oder Lithophyt

Beispiele: Anthurium veitchii, Rhaphidophora hayi

  • Wachsen nie in echtem Boden.

  • Velamenwurzeln verlangen schnell abtrocknende, lockere, rindenbasierte Mischungen mit minimalen feinen oder organischen Anteilen.



Halbaquatische Arten

Beispiele: Colocasia esculenta, Cyrtosperma johnstonii

  • Angepasst an saisonale Überflutungen durch internes Aerenchym.

  • Brauchen im Topf trotzdem ein atmungsaktives, strukturiertes Substrat – feucht, aber nie staunass.



Gemischte oder variable Wuchsform

Beispiele: Amydrium medium, Philodendron camposportoanum

  • Wuchsform verändert sich mit dem Alter – oft anfangs kriechend oder aufrecht, später kletternd.

  • Benötigt ein anpassungsfähiges Substrat, das sich mit der Entwicklung der Pflanze verändert.



📌 Diese sechs Wuchsformen sind verlässlicher als die Gattung bei der Wahl der Mischung. Selbst innerhalb einer Gattung können Arten völlig unterschiedliche Substratansprüche haben.



Luftwurzeln einer Monstera deliciosa albo, die sich an einem Seilkletterstab festhalten
Luftwurzeln brauchen Struktur zum Greifen – bei Kletterarten wie Monstera unterstützt ein rindenreiches Substrat und eine raue Stütze den natürlichen Wuchs.


4. Funktion vor Zutaten – Was jedes Aroid-Substrat leisten muss

Ein Topfsubstrat ist eine konstruierte Umgebung. Für Aroids muss eine gute Mischung sechs zentrale Wurzelfunktionen unterstützen – und die meisten Probleme entstehen, wenn auch nur eine davon vernachlässigt wird.



Die sechs Kernfunktionen eines gesunden Substrats

Funktion

Warum sie wichtig ist

Besonders relevant für

Belüftung

Versorgt die Wurzeln mit Sauerstoff; verhindert Sauerstoffmangel und Wurzelfäule

Epiphyten, Arten mit Velamenwurzeln

Drainage

Leitet überschüssiges Wasser und Salzablagerungen ab

Hemiepiphyten, anliegende Kletterer

Feuchtebalance

Hält gleichmäßige Wasserversorgung ohne Staunässe oder Austrocknung

Kriechende terrestrische Arten, aufrecht wachsende Arten

Struktur

Gibt den Wurzeln physischen Halt; verhindert das Zusammensacken bei Zersetzung der Mischung

Kletternde, kopflastige oder großwüchsige Aroids

Biologische Aktivität

Beherbergt nützliche Mikroben und Pilze, die das Wurzelwachstum unterstützen

Arten mit dichtem Feinwurzelsystem, terrestrische Arten

Mikrobielle Synergie

Erschließt Nährstoffe, unterdrückt Krankheitserreger und stärkt die Widerstandskraft im Wurzelbereich

Dichte, feinfaserige und biologisch aktive Systeme

📌 Wenn dein Substrat auch nur eine dieser Funktionen nicht erfüllt, kann die Pflanze Probleme bekommen – egal, wie oft oder sorgfältig du gießt.



Häufige Fehler – und ihre Ursachen

Fehler

Folge

Warum problematisch

✗ Zu fein / torfhaltig

Mischung verdichtet sich, verliert Luftporen, bleibt zu lange nass

Wurzelfäule, Trauermücken, anaerober Abbau

✗ Zu grob

Trocknet zu schnell aus, besonders bei niedriger Luftfeuchtigkeit

Wurzelwachstum stagniert, Standfestigkeit fehlt, Nährstoffaufnahme sinkt

✗ Keine strukturelle Stabilität

Mischung sackt durch Zersetzung organischer Bestandteile zusammen

Wurzeln verlieren Halt, Pflanze kippt oder verrutscht

✗ Zu viel Kompost ohne Luftanteil

Bildet stagnierende Zonen, mikrobielles Ungleichgewicht

Säuerlicher Geruch, pH-Schwankungen, Krankheitserreger

✗ Überladen mit Blähton/Perlite

Funktioniert nicht, wenn die Basis fein und nass ist

Belüftung nur oberflächlich, nicht durchgängig

💡 Ein paar „luftige“ Stücke retten keine erstickende Basis – Durchlässigkeit muss in jeder Schicht vorhanden sein.



Funktion zuerst – dann die Zutaten auswählen

Anstatt mit dem zu starten, was auf der Verpackung steht, entwickle deine Mischung rückwärts: orientiere dich an den Bedürfnissen der Wurzeln deiner Pflanze.


  1. Wurzelmerkmale bestimmen

  2. Festlegen, welche Funktionen das Substrat erfüllen muss

  3. Materialien auswählen, die diese Funktionen abdecken (z. B. Rinde, Kompost, Bims)



📌 Unsicher bei der Auswahl?

Hier findest du unsere vollständige Übersicht zu Substratbestandteilen für Zimmerpflanzen und wie man sie optimal kombiniert:







➜ Substrat-pH und EC – Die versteckten Einflussfaktoren

Aroid-Wurzeln brauchen nicht nur Luftdurchlässigkeit und Struktur – sie benötigen auch das richtige chemische Milieu. Weicht der pH-Wert zu stark nach oben oder unten ab, kommt die Nährstoffaufnahme ins Stocken.


  • Optimaler pH-Wert: 5,5–6,5 (leicht sauer bis neutral)

  • Hoher pH (>7): Eisen, Mangan und Phosphor werden blockiert

  • Niedriger pH (<5): Gefahr von Nährstoffüberdosierungen, geringere mikrobielle Aktivität


EC (elektrische Leitfähigkeit) gibt an, wie salzhaltig die Mischung ist.


  • Hoher EC: Salzstress für die Pflanze

  • Vermeiden: Überdüngung in schlecht gepufferten Substraten wie Kokosfaser ohne Kompost



💡 Tipp: Eine neutrale bis leicht saure Mischung mit Kompost oder Wurmhumus puffert den pH-Wert und versorgt Mikroorganismen – so bleibt das Nährstoffgleichgewicht für die Wurzeln stabil.



➜ Bonus: Mischen für Stecklinge & Vermehrung

Stecklinge benötigen nicht dasselbe Substrat wie ausgewachsene Pflanzen. In der frühen Bewurzelungsphase ist Sauerstoff wichtiger als Nährstoffe.



Grundmischung für Stecklingssubstrat (nach Volumen):


  • 40 % Perlite oder Bims – hält die Mischung leicht und luftdurchlässig

  • 30 % feine Rinde oder Kokoschips – gibt den Knoten Halt, ohne zu verdichten

  • 20 % Kokosfaser – speichert ausreichend Feuchtigkeit für die Wurzelbildung

  • 10 % Wurmhumus oder Kompost – optional, sehr milde Nährstoffquelle


💡 Tipps:


  • Bei wasserbewurzelten Stecklingen erst umtopfen, wenn die Wurzelspitzen 2–3 cm lang sind.

  • Hohe Luftfeuchtigkeit halten, aber keine abgeschlossenen Umgebungen, die zu Fäulnis führen.

  • Erst dann stärker düngen, wenn neue Blätter erscheinen.



Weiße Aroid-Wurzeln wachsen über den alten Wurzelballen hinaus auf atmungsaktivem Substrat aus Kokosfaser, Aktivkohle und Perlit
Wenn Wurzeln über den Wurzelballen hinauswachsen, ist es Zeit, das Substrat zu erneuern, bevor Verdichtung das Wachstum ausbremst. breathability.

5. Wurzelmerkmale und was sie über die Substratgestaltung verraten


So baust du eine Mischung, die in deinem Zuhause funktioniert


Ein Substrat, das in einem Haushalt gut funktioniert, kann in einem anderen versagen. Der verwendete Topf, der Raum, in dem die Pflanze steht, und dein Gießverhalten – all das beeinflusst, wie lange eine Mischung atmungsaktiv bleibt.


Dieser Abschnitt hilft dir, eine Mischung zu entwickeln, die sowohl zu den Wurzeln deiner Pflanze als auch zu deinen tatsächlichen Haltungsbedingungen passt.


Fünf Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du mischst



1. Welchen natürlichen Wuchstyp hat die Pflanze?

➜ Kriechend? Kletternd? Aufrecht? Halbaquatisch?

Jede Wuchsform erfordert eine andere Luftzufuhr, Feuchtespeicherung und Oberflächenstruktur.



2. Welches Wurzelsystem besitzt sie?

➜ Velamenwurzeln = schnell abtrocknend und luftig

➜ Rhizome = lockere obere Schicht

➜ Feeder-Wurzeln = strukturierte, mikrobenreiche Mischung



3. Topfmaterial und wie es die Substratleistung beeinflusst


A. Material

Material

Wasserverhalten

Auswirkung auf das Substrat

Terrakotta

Porös; saugt Feuchtigkeit auf und leitet sie durch die Wände ab

Substrat trocknet schneller aus, besonders an den Rändern; erfordert höhere Feuchtespeicherung

Kunststoff

Nicht porös; hält Wasser im Inneren

Substrat bleibt länger feucht; braucht zusätzliche Belüftung (z. B. mehr Rinde oder Perlite)

Glasierte Keramik

Nicht porös; hält Wasser wie Kunststoff, oft mit schlechter Drainage

Risiko von Stauwasser ohne Abzugslöcher; luftige, schnell abtrocknende Mischung verwenden

Metall

Leitet Temperatur; nicht porös

Kann Temperaturschwankungen im Substrat verursachen; geringe Isolierung, Risiko von Staunässe

Stoff (Pflanzsack)

Sehr atmungsaktiv; Verdunstung von allen Seiten

Trocknet am schnellsten; exzellente Belüftung, erfordert ggf. häufigeres Gießen

B. Form

Form

Trocknungsverhalten

Risiko / Empfehlung

Hoch & schmal

Feuchtigkeit sammelt sich am Boden; langsames Trocknen unten

Risiko nasser Zonen unten; mehr Drainage und Struktur (z. B. Bims unten) einplanen

Flache Schale

Trocknet von oben nach unten; Ränder trocknen schneller als die Mitte

Verkrustung, ungleichmäßige Feuchte; grobere obere Schicht oder häufiger gießen

Breit & flach

Große Oberfläche; schnelleres Austrocknen oben

Gut für kriechende Pflanzen; Ränder auf Austrocknung kontrollieren

Konisch zulaufend

Wird zum Boden hin schmaler; Wurzelraum eingeschränkt

Mischung kann sich verdichten; dichte organische Anteile unten vermeiden

Zylindrisch

Gleichmäßige Feuchteverteilung von oben bis unten

Ideal für ein einheitliches Substratverhalten


4. Wie schnell trocknet deine Mischung bei dir zu Hause?

➜ Warme, trockene Räume = schnelleres Austrocknen

➜ Kühles, stehendes Raumklima = langsameres Austrocknen

➜ Hohe Luftfeuchtigkeit = Mischung bleibt länger feucht als erwartet



5. Wie oft gießt du tatsächlich?

➜ Wer täglich kontrolliert, kann feuchtespeichernde Mischungen nutzen

➜ Wer selten gießt, braucht rindenreichere, schneller abtrocknende Mischungen, um Überwässerung zu vermeiden


💡 Deine Gießgewohnheit ist einer der größten Erfolgsfaktoren – wichtiger als das Etikett auf der Substratpackung.



➜ Die Mischung an deine Bedingungen anpassen

Wenn du …

Passe deine Mischung an, indem du …

Sehr trockene Raumluft hast

Mehr Kokosfaser, Kompost oder feine Rinde zufügen, um Feuchtigkeit zu halten

Hohe Luftfeuchtigkeit hast

Mehr Rinde, Perlite oder Bims einarbeiten, um die Feuchtespeicherung zu verringern

In Terrakottatöpfen kultivierst

Feuchtespeichernde Komponenten hinzufügen (Kokosfaser, Kompost)

Flache Schalen/Schüsseln nutzt

Gröbere Struktur verwenden, um Verdichtung und schnelles Austrocknen der Oberfläche zu verhindern

Selten gießt

Mehr Rinde und Drainage einplanen – langsam trocknende Basen vermeiden

Häufig gießt

Etwas mehr Kompost oder Kokosfaser einsetzen – aber dafür sorgen, dass die Oberfläche dennoch abtrocknet

Es geht nicht nur um das Substrat – sondern auch um alles, was es umgibt. Selbst eine rindenreiche Mischung kann in einem stillen, feuchten Raum tagelang nass bleiben. Stagnierende Luft verlangsamt die Verdunstung, nivelliert Feuchtigkeitsunterschiede und erhöht das Risiko von Verdichtung.


Willst du, dass deine Mischung gleichmäßig trocknet? Verbessere die Luftzirkulation im Raum. Schon ein kleiner Tischventilator oder ein geöffnetes Fenster kann den natürlichen Trocknungsrhythmus wiederherstellen und das Substrat im Gleichgewicht halten.


📌 Das Verhalten eines Substrats ist nicht statisch – es verändert sich je nach Raum, Routine und sogar Jahreszeit. Beobachte, wie es trocknet. Das ist dein Signal für Anpassungen.



Hände mit Handschuhen mischen Blumenerde, Kokosfaser und Perlit in einer Kunststoffbox, umgeben von Pflanzwerkzeugen und Topfpflanzen
Ein reaktionsfähiges Substrat entsteht durch die richtige Kombination – angepasst an Wurzeltyp und Standortbedingungen.


6. Wann du dein Substrat auffrischen, austauschen oder komplett erneuern solltest


Selbst die bestkonzipierte Mischung hält nicht ewig. Organische Bestandteile zersetzen sich, die Luftzufuhr nimmt ab und die Struktur, die gesunde Wurzeln stützte, beginnt zusammenzufallen.


Nur weil die Pflanze oberirdisch „gesund“ aussieht, heißt das nicht, dass es im Wurzelbereich genauso gut läuft.


Typische Lebensdauer gängiger Substratmaterialien

Bestandteil

Abbauzeit

Veränderung mit der Zeit

Feine Rinde

18–24 Monate

Verliert Struktur, verdichtet sich, reduziert die Luftzufuhr

Kokosfaser

12–18 Monate

Speichert mehr Wasser, bricht unter Druck zusammen

Kompost / Laubkompost

6–12 Monate

Zersetzt sich am schnellsten, neigt zu Sauerstoffmangelzonen

Perlite / Bims

5+ Jahre

Inert, nur strukturelle Funktion; kann bei falscher Handhabung zerdrückt werden

Akadama (hart gebrannt)

2–5 Jahre

Behält Porosität länger, baut sich dennoch langsam ab

Pflanzenkohle

5–10 Jahre

Inert, kann Salze anreichern, trägt nicht zum Kollaps bei

📌 Mischungen werden mit der Zeit kompakter und weniger luftdurchlässig – auch wenn sie noch „ablaufen“. Die Luftzufuhr ist das Erste, was verloren geht.



Wann auffrischen oder nachfüllen?

Situation

Maßnahme

Obere Schicht wirkt dicht, verkrustet oder versiegelt

Obere 2–5 cm lockern oder austauschen

Wurzeln wachsen über den Topfrand hinaus

Auf Verdichtung oder Strukturverlust im Inneren prüfen

Mischung bleibt länger nass als früher

Struktur öffnen; Rinde oder Bims hinzufügen

Geruch wird muffig oder erdig

Vollständiges Umtopfen erwägen – anaerober Abbau hat vermutlich begonnen

Pflanze stagniert trotz guter Pflege

Möglicher Sauerstoffmangel an den Wurzeln – Mischung auffrischen und beobachten

💡 Eine Mischung, die vor 12 Monaten perfekt war, kann heute schon gegen deine Pflanze arbeiten. Alterung ist nicht immer sichtbar – aber die Wurzelentwicklung zeigt dir die Wahrheit.




➜ Empfehlungen zur Umtopf-Frequenz

Pflanzentyp

Empfohlener Auffrischungsintervall

Kriechende terrestrische Arten

Alle 12–15 Monate; obere Schicht besonders wichtig

Schnellwüchsige Arten (Syngonium, Scindapsus)

Alle 12 Monate oder häufiger

Epiphyten in rindenreichen Mischungen

Alle 18–24 Monate

Semi-Hydro / inert gehaltene Mischungen

Ab 24 Monaten (solange die Wurzeln gesund bleiben)

Nicht warten, bis ein Problem sichtbar wird. Proaktives Auffrischen hält den Wurzelbereich atmungsaktiv, verhindert versteckten Stress und sorgt dafür, dass die Pflanze ohne Unterbrechung weiterwächst.


📌 Unsicher, wie und wann du sicher umtopfen solltest?



➜ Fehlersuche: Wenn selbst eine „gute“ Mischung versagt


Auch eine durchdachte Substratmischung kann unterperformen, wenn sie nicht zu deinem Umfeld, deinen Gießgewohnheiten oder dem Wurzeltyp der Pflanze passt. Wenn Aroids abbauen, ist das Substrat oft der stille Auslöser – verdichtet, staunass oder ungleichmäßig austrocknend.



Probleme, Ursachen und Lösungen:

Problem

Wahrscheinliche Ursache

Lösung

Mischung trocknet zu schnell aus

Zu viel Rinde, Perlite oder Lavagranulat

Mehr Kokosfaser oder Kompost zufügen, grobe Bestandteile leicht reduzieren

Mischung bleibt zu nass oder schwer

Zu viel Torf oder feine Kokosfaser, schlechte Struktur

Rinde, Bims oder Perlite ergänzen; feine Bestandteile reduzieren; Mischung federnd statt schwammig machen

Wurzeln entwickeln sich nicht

Sauerstoffmangel oder Nährstoffmangel

Struktur öffnen; Wurmhumus oder Kompost hinzufügen; Gießplan überprüfen

Trauermücken oder muffiger Geruch

Anaerobe Zonen oder zersetzende Organik

Obere Schicht zwischen den Wassergaben vollständig abtrocknen lassen; mit Rinde abstreuen

Blätter vergilben, Wurzeln wirken gesund

Nährstoffungleichgewicht oder geringe Porosität

Porosität prüfen; Langzeitdünger oder frischen Wurmhumus einarbeiten

Wasser läuft sofort ab, bleibt innen aber nass

Verdichtung oder zusammengefallene Schichten

Mit variierenden Partikelgrößen neu aufbauen; obere Schicht manuell auflockern

Obere Schicht verkrustet schnell

Feinteile wandern nach oben

Rinden- oder Kiesabdeckung nutzen; Oberfläche wöchentlich sanft auflockern

Wasser perlt ab, Rinde bleibt trocken

Hydrophobe Rinde (alte, wachsartige Oberfläche)

Rinde vor der Verwendung 12–24 h wässern; im Topf langsam von oben gießen oder Netzmittel (z. B. Yucca-Extrakt) verwenden

Wachstum stagniert trotz gesundem Aussehen

Substratalterung oder mikrobielles Ungleichgewicht

Mischung auffrischen oder obere Schicht austauschen; aktive Komponenten wie Wurmhumus oder Laubkompost einarbeiten

Wurzeln kreisen oder wachsen aus dem Topf heraus

Substratabbau oder Wurzelverfilzung

Pflanze austopfen, Wurzelgesundheit prüfen; Mischung erneuern; Wurzeln schneiden oder Pflanze teilen

Hinweis: Hydrophobe Rinde ist eine der häufigsten Ursachen für unsichtbares Untergießen in rindenbasierten Mischungen – besonders bei epiphytischen Aroids wie Anthurium veitchii oder Monstera adansonii.



💡 Ein gesundes Substrat sollte:

✓ Innerhalb von 10–30 Sekunden ablaufen

✓ Beim Zusammendrücken federnd wirken, nicht matschig oder dicht

✓ An der Oberfläche innerhalb von 48–72 Stunden leicht antrocknen


Wenn deine Mischung einen dieser Punkte nicht erfüllt, ist es Zeit zu handeln.




➜ Bonus: Die 3-Schicht-Regel

Aronstabgewächse entwickeln sich am besten, wenn die obere, mittlere und untere Schicht deiner Mischung jeweils eine klar definierte Funktion erfüllt:

Schicht

Aufgabe

Geeignete Bestandteile

Oben

Zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen; Luftzufuhr

Rinde, Baumfarnfasern, grobe Perlite

Mitte

Feuchtigkeit halten, ohne Staunässe zu erzeugen

Kokosfaser, Kompost, feine Rinde, Wurmhumus

Unten

Effizient entwässern, Staunässe verhindern

Bims, Lavagranulat, Perlite, grobe Rindenstücke

📌 Einheitliche Mischungen scheitern oft daran, dass sie das Feuchteverhalten in der vertikalen Säule nicht berücksichtigen. Funktionales Schichten löst dieses Problem.



Hand hält eine Anthurium-Pflanze mit dichtem, gesundem Wurzelsystem, bereit zum Umtopfen
Ein kräftiges Wurzelsystem ist der Beweis für das passende Substrat – mit ausgewogener Belüftung, Feuchtigkeit und Nährstoffversorgung.

7. Individuelle Substratvorlagen nach Aroid-Wuchsform

Aronstabgewächse unterscheiden sich nicht nur in ihrer Wuchsweise – sie leben auch in völlig unterschiedlichen „unterirdischen Realitäten“. Die Struktur, der Sauerstoffgehalt und die Mikroflora um ein Philodendron-Rhizom sind völlig anders als bei einem Anthurium, das sich drei Meter hoch an Baumrinde festklammert.


Wichtig: Diese Vorlagen sind ein Ausgangspunkt – kein starres Rezept – für funktionale Mischungen, abgestimmt auf die Wuchsform deiner Pflanze.


Alle Angaben sind Volumenanteile. Passe sie an Topfart, Gießgewohnheiten und Trocknungsgeschwindigkeit an.




Epiphyten & primäre Hemiepiphyten


Beispiele: 

Monstera, Anthurium veitchii, Rhaphidophora, Amydrium, Epipremnum


Wuchsmerkmale:

  • Velamenwurzeln, angepasst an wechselnde Feuchtigkeit, schnelles Abtrocknen und hohe Luftbewegung

  • Verankern sich natürlicherweise in Rindenspalten, Moospolstern oder Baumhöhlungen



Empfohlene Mischung für Epiphyten & primäre Hemiepiphyten:

  • 40–50 % Rinde – sorgt für Struktur, ahmt Baumoberflächen nach, trocknet zügig ab

  • 20–30 % Bims oder Perlite – steigert die Luftdurchlässigkeit, verhindert Verdichtung

  • 10–15 % Pflanzenkohle – optional, bindet Schadstoffe und beugt Geruchsbildung vor

  • Bis zu 10 % Wurmhumus oder Laubkompost – unterstützt Mikroflora und liefert sanfte Nährstoffe


Warum es funktioniert:

Diese Mischung spiegelt die natürlichen Kronenlebensräume wider, wie sie von Ames & Lux (2022) und Camacho (2001) beschrieben werden. Weichgrebe et al. (2021) bestätigen, dass für epiphytische Aroids Sauerstoffverfügbarkeit und Oberflächenporosität wichtiger sind als reine Wasserspeicherung. Tay et al. (2022) zeigten darüber hinaus, dass sich die Haftmechanismen epiphytischer Anthurien je nach Oberflächenrauigkeit des Substrats verändern – ein Hinweis darauf, wie entscheidend die strukturelle Textur für den Erfolg von Luftwurzeln ist. Sheeran & Rasmussen (2023) stellten fest, dass Luftwurzeln feuchtigkeitsadaptierter Aroideen ihre Morphologie und Physiologie an das jeweilige Innenraumklima anpassen, was die Notwendigkeit einer Mischung unterstreicht, die Belüftung und Oberflächengriff kombiniert.


Tay et al. (2022) zeigten, dass Anthurium obtusum seine Haftmechanismen je nach Oberflächenrauigkeit des Substrats anpasst – ein weiterer Hinweis darauf, dass Kletterhilfen und Oberflächentexturen optimal auf die Biologie der Luftwurzeln abgestimmt sein sollten.


Häufige Fehler:

  • Zu viel Gießen, besonders bei wenig Licht

  • Verdichtung der Rinde an der Basis von Luftwurzeln (reduziert den Sauerstoffaustausch)

  • Zu hoher Anteil Kokosfaser oder Kompost, der Wasser für Velamenwurzeln zu lange hält


💡 Tipp: Bei kletternden Monstera oder Anthurium die obere Substratschicht locker lassen – niemals andrücken. Wurzeln haften besser, wenn die Oberfläche luftig bleibt.



Kriechende terrestrische Arten (Rhizomwachstum)

Gattungsbeispiele: 

Philodendron (gloriosum, mamei, luxurians, pastazanum, nangaritense), Amydrium humile


Wuchsmerkmale:

  • Entwickeln waagerechte Rhizome, die auf oder knapp unter der Oberfläche liegen

  • Wurzeln entstehen an den Knoten, ohne Velamen – sie sind auf direkten Kontakt mit feuchtem Substrat angewiesen

  • Sehr empfindlich gegenüber stehender Nässe, Verdichtung oder versiegelten oberen Schichten

  • In der Natur oft an schattigen Regenwaldböden mit lockerer organischer Auflage und gleichbleibender Luftfeuchtigkeit



Empfohlene Mischung für kriechende terrestrische Arten (Rhizomwachstum):

  • 30 % Kokosfaser – speichert Feuchtigkeit, ohne den Sauerstoff abzuschneiden

  • 25 % feine Rinde – schafft Lufttaschen und leichten Halt

  • 20 % Kompost oder Laubkompost – liefert organische Nährstoffe und fördert Mikroflora

  • 15 % Perlite oder Bims – verbessert Drainage und verhindert Verdichtung

  • 10 % Wurmhumus (optional) – unterstützt die Entwicklung von Feinwurzeln


Wissenschaftlicher Kontext:

McCready et al. (2020) zeigten, dass flach wurzelnde Aroids in gut belüfteten Mischungen mit weichen oberen Schichten am besten gedeihen.

Ames & Lux (2022) stellten fest, dass kriechende Philodendron-Arten Wurzelstagnation oder Rhizomfäule entwickeln, wenn sie vergraben oder durch eine kompakte Oberfläche abgedichtet werden.


📌 Wichtige Pflegenotiz:

Rhizome niemals vergraben. Entweder vollständig freilassen oder leicht über der Substratoberfläche platzieren. Eine verdichtete oder verkrustete obere Schicht kann Austriebe ersticken und zu Fäulnis führen.



Kletternde oder anliegende Hemiepiphyten


Gattungsbeispiele: 

Philodendron (kletternde Formen), Scindapsus, Syngonium, Epipremnum


Wuchsmerkmale:

  • Bilden Adventivwurzeln an den Knoten, die auf Luftfeuchtigkeit und Oberflächenstruktur reagieren

  • Klettern in der Natur an Baumstämmen und Rinde empor, beginnen oft im Boden und wechseln später zu epiphytischem Wachstum

  • Benötigen sowohl Halt zum Verankern als auch hohe Luftdurchlässigkeit im Wurzelbereich

  • Empfindlich gegenüber glatten, zu nassen oder dichten Substraten – Wurzeln brauchen Textur zum Greifen und Sauerstoff zum Überleben


Empfohlene Mischung für kletternde oder anliegende Hemiepiphyten:

  • 35–40 % Rinde – sorgt für Struktur und eine griffige Oberfläche für Haftwurzeln

  • 25–30 % Perlite – verbessert die Drainage und hält die Mischung locker

  • 20 % Kokosfaser oder Kokoschips – speichert Feuchtigkeit und bietet faserige Unterstützung

  • 10 % Wurmhumus oder Kompost – liefert Nährstoffe und fördert mikrobielles Leben

  • 5 % Pflanzenkohle (optional) – erhält die Frische der Mischung und reduziert Verdichtung


Wissenschaftlicher Kontext:

Grubb & Coomes (1997) sowie Kurniawan et al. (2020) stellten fest, dass hemiepiphytische Aroids in Umgebungen gedeihen, in denen sich ihre Wurzelfunktionen verändern – von bodengebunden zu luftgebunden. Sowohl Belüftung des Substrats als auch physische Verankerung beeinflussen langfristig die Gesundheit und das Einsetzen des Kletterverhaltens. Lehnebach et al. (2022) dokumentierten, dass einige tropische Kletter-Aroideen Mikroborsten entwickeln – eine mechanische Anpassung, die den Halt auf rauen Oberflächen verbessert. Dies sollte bei der Auswahl von Kletterhilfen berücksichtigt werden, um die Substratstruktur optimal zu ergänzen.


📌 Hinweis: Lehnebach et al. (2022) stellten fest, dass einige tropische Kletter-Aroideen Mikroborsten als physische Kletterhilfe ausbilden. Diese winzigen Strukturen verbessern den Halt auf strukturierten Stützen – ein wichtiger Aspekt bei der Abstimmung von Substrattyp und Kletterhilfe.


💡 Praxistipp:

Biete eine Moosstange oder einen strukturierten Stab an, damit Luftwurzeln oberhalb der Substratoberfläche Halt finden. Halte die obere Schicht locker und drücke den Bereich um die Basis nicht an – Verdichtung hier verzögert die Wurzelentwicklung.


Junges Spathiphyllum mit freiliegenden Wurzeln, Substrat und Handschaufel auf weißem Untergrund
Aufrecht wachsende Arten wie Spathiphyllum bevorzugen ein strukturstabiles Substrat mit gleichmäßiger Feuchtigkeit – nicht zu grob, nicht zu dicht.


Aufrecht wachsende terrestrische Arten (nicht kletternd, nicht kriechend)

Gattungsbeispiele: 

Anthurium regale, Anthurium papillilaminum, Homalomena rubescens, Dieffenbachia


Wuchsmerkmale:

  • Wachsen aufrecht aus einem Basispunkt oder Pseudostamm, nicht durch Klettern oder Kriechen

  • Stützen sich auf dicke, faserige oder fleischige Basalwurzeln für Stabilität und Nährstoffaufnahme

  • Kein Velamen – dadurch empfindlicher gegenüber sauerstoffarmen oder dauerhaft nassen Substraten

  • Gedeihen in gut belüfteten, biologisch aktiven Mischungen mit moderater Feuchtespeicherung



Empfohlene Mischung für aufrecht wachsende terrestrische Arten:

  • 30 % Rinde – fördert Belüftung und verhindert Staunässe

  • 30 % Kokosfaser – speichert Feuchtigkeit und unterstützt feines Wurzelwachstum

  • 20 % Kompost – verbessert mikrobielle Aktivität und Struktur

  • 10–15 % Perlite oder Bims – erhöht Drainage und Luftaustausch

  • 5–10 % Wurmhumus oder Laubkompost – liefert Nährstoffe und fördert Feinwurzeln


Wissenschaftlicher Kontext:

Studien von Chen et al. (2005) und Schumann et al. (2021) bestätigen, dass aufrecht wachsende Aroids ohne Velamen ein mikrobenreiches, gut strukturiertes Substrat benötigen, um gesund zu bleiben. In sterilen oder zu dichten Mischungen kommt es bei diesen Arten häufig zu Wurzelstagnation.


💡 Praxistipp: 

Nicht zu tief pflanzen. Die Krone (Austrittsstelle der Blattstiele) sollte oberhalb der Substratlinie bleiben. Keine zu lockeren Mischungen verwenden, die die Pflanze nicht stabilisieren.



Knollenbildende Geophyten


Gattungsbeispiele: 

Alocasia, Caladium, Xanthosoma


Wuchsmerkmale:

  • Wachsen aus unterirdischen Knollen oder umgebildeten Speicherorganen

  • Bilden oft saisonal Feinwurzeln aus der Knollenbasis

  • Sehr anfällig für Fäulnis, wenn sich Wasser in der Nähe der Knolle staut

  • Viele Arten (insbesondere Caladium) durchlaufen natürliche Ruhephasen



Empfohlene Mischung für knollenbildende Geophyten:

  • 30 % Bims – sorgt für starke Belüftung und langanhaltende Struktur

  • 25–30 % Kokosfaser oder Akadama – speichert moderat Feuchtigkeit, ohne Staunässe zu verursachen

  • 20 % Kompost – unterstützt Mikroorganismen und verbessert die Struktur

  • 10 % Wurmhumus – sanfte Nährstoffquelle für Neuaustriebe

  • 10 % Perlite – zusätzliche Drainage und Strukturstabilität


Wissenschaftlicher Kontext:

Untersuchungen von Arifin et al. (2023), Daawia et al. (2024) und Krisantini et al. (2024) bestätigen, dass knollen- und rhizombildende Aroideen substratspezifische Ansprüche in unterschiedlichen Wachstumsphasen haben. Unterschiede in Knollengröße, Dichte der Feinwurzeln und saisonalen Wachstumsauslösern beeinflussen maßgeblich die Anforderungen an Feuchtigkeitsgehalt und Belüftung. Daawia et al. (2024) und Krisantini et al. (2024) ergänzen, dass sich Knollendurchmesser, Dichte der Feinwurzeln und Auslöser für die Dormanz deutlich zwischen den Arten unterscheiden – mit direktem Einfluss auf Bewässerungsstrategien und Belüftungsbedarf des Substrats.


💡 Praxistipps:

  • Bei Caladium das Gießen deutlich reduzieren, sobald die Ruhephase beginnt, und das Substrat vollständig austrocknen lassen.

  • Bei Alocasia das Gießen schrittweise reduzieren, aber nicht komplett austrocknen lassen, außer die Pflanze hat sämtliches Laub verloren.

  • Knollen nicht zu tief setzen – eine dünne Substratschicht darüber reicht oft aus.




Ruhephase heißt nicht, dass du das Substrat ignorieren kannst

Einige Aroids – z. B. Caladium oder Hapaline – gehen in eine natürliche Ruhephase. Doch selbst dann kann ein falsches Substrat Probleme verursachen.


Formel für Fäulnis: Ruhephase + nasses Substrat = Fäulnis.

Da die Wurzeln in dieser Zeit kaum Wasser aufnehmen, fällt eine schlecht strukturierte Mischung zusammen oder bleibt zu lange nass.


So gehst du vor:

  • Gießen schrittweise reduzieren, sobald das Wachstum nachlässt – nicht erst warten, bis vollständige Ruhe eintritt.

  • Während der Ruhephase keine versiegelten oder verdichteten oberen Schichten zulassen – Oberflächenbelüftung bleibt wichtig.

  • Nach der Ruhezeit auf hydrophobes Verhalten achten (Substrat stößt Wasser ab) und ggf. gezielt anfeuchten.


Halbaquatische und sumpfnah wachsende Aronstabgewächse


Gattungsbeispiele: 

Cyrtosperma, Colocasia, Lasia


Wuchsmerkmale:

  • Entwickeln kräftige Basalwurzeln oder Knollen, die Sättigung überstehen können

  • Enthalten Aerenchymgewebe – spezielle innere Luftkanäle, die ihre Funktion in sauerstoffarmen Bedingungen ermöglichen

  • Natürlich an saisonale Überflutungen angepasst, aber in Töpfen empfindlich gegenüber stehender, sauerstoffarmer Nässe


Empfohlene Topfmischung für halbaquatische und sumpfnah wachsende Aronstabgewächse:

  • 50 % Kokosfaser – speichert Feuchtigkeit, ohne ein schweres, luftdichtes Medium zu bilden

  • 25 % Kompost – steigert den Nährstoffgehalt und fördert mikrobielles Leben

  • 15 % Sand oder feiner Kies – erhöht Gewicht und Drainage, ahmt die sedimentreichen Böden des natürlichen Lebensraums nach

  • 10 % Rinde – sorgt für Porosität und beugt Pilzbildung vor


Wissenschaftlicher Kontext:

Milla-Moreno & Rivas-Torres (2021) beschreiben, wie sumpfbewohnende Aroids den internen Sauerstofftransport über Aerenchym regulieren. Diese Anpassung ersetzt jedoch nicht den Luftaustausch unter Topfbedingungen – selbst nässetolerante Wurzeln faulen, wenn sie in staunassen, versiegelten Substraten stehen.


💡 Praxistipp:

Immer Töpfe mit funktionierenden Abzugslöchern verwenden – auch bei sumpfadaptieren Arten. Anstau- oder Untersetzerbewässerung kann saisonale Feuchte simulieren, aber vollständiges Untertauchen des Substrats nur zur gezielten Vermehrung unter kontrollierten Bedingungen einsetzen.



Verschiedene Aroid-Substratkomponenten wie Rinde, Bims, Perlit, Blumenerde und Sand in Papiertüten und Kunststoffboxen
Jede Komponente hat eine Funktion – ob Struktur, Feuchtigkeitsspeicherung, Belüftung oder Förderung der Mikroflora..

8. Schnellübersicht – Substratempfehlungen nach Gattung & Wuchsform

Diese Tabelle fasst empfohlene Substratstrategien für häufig kultivierte Aroid-Gattungen zusammen – basierend auf bestätigten Wuchsformen, Wurzelanatomie und dem natürlichen Zusammenspiel von Pflanze und Substrat.Jeder Eintrag berücksichtigt die dominante Wuchsform (terrestrisch, epiphytisch oder hemiepiphytisch), typische Wurzelmerkmale (z. B. Vorhandensein von Velamen, rhizomatöses Wachstum, Wurzeldichte) und wie diese Eigenschaften in Topfkultur auf Feuchtigkeit, Luftzufuhr und mikrobielle Aktivität reagieren.


Hinweis: Innerhalb von Gattungen wie Philodendron und Anthurium gibt es große Unterschiede in der Wuchsform. Arten wie Philodendron gloriosum, P. mamei und P. pastazanum sind zwar keine eigene taxonomische Gruppe, teilen jedoch den kriechend-rhizomatösen Wuchs, der ihre gemeinsame Pflegeeinstufung rechtfertigt. Vertikalstielige Arten wie Philodendron erubescens oder P. hederaceum unterscheiden sich funktionell deutlich und fallen unter hemiepiphytische Kletterer.




Klicke hier, um die Forschungsgrundlage zu sehen

  • Ames & Lux (2022): Detaillierte anatomische Vergleiche von Wurzelsystemen tropischer Araceae mit Schwerpunkt auf Velamen, Rhizomempfindlichkeit und Plastizität adventiver Wurzeln.


  • McCready et al. (2020): Analyse der Wechselwirkungen zwischen Substrat und Luft bei Rhizomfäule von Philodendron in Terrarien- und Topfkultur.


  • Marino et al. (2022): Untersuchung des Wachstums epiphytischer Anthurium-Arten unter variierender Belüftung und organischem Anteil im Substrat.


  • Schumann et al. (2021): Erforschung der Substratmikrobiologie und ihres Einflusses auf Feinwurzelaufnahme und Krankheitsresistenz bei Aroideen wie Dieffenbachia und Spathiphyllum.


  • Arifin et al. (2023): Morphologische und Wachstumsdaten zu Alocasia- und Colocasia-Arten aus Papua mit direkten Auswirkungen auf Knollen- und Feinwurzel-Substratansprüche.


  • Daawia et al. (2024), Krisantini et al. (2024): Vergleichende Analysen zu Knollenmorphologie, Dichte der Feinwurzeln und Dormanzauslösern bei Zier-Alocasia; Grundlage für phasenabhängige Anpassungen von Substrat und Feuchtigkeit.


  • Sheeran & Rasmussen (2023): Dokumentierten feuchtigkeitsabhängige morphologische Veränderungen bei Luftwurzeln feuchtigkeitsadaptierter Aroideen – mit direkter Relevanz für Oberflächentextur und Belüftung.


  • Tay et al. (2022): Zeigten, dass Anthurium obtusum seine Haftstrategien je nach Oberflächenrauigkeit des Substrats verändert, was die Verankerung von Luftwurzeln beeinflusst.


  • Lehnebach et al. (2022): Identifizierten Mikroborsten bei bestimmten kletternden Aroideen als mechanische Anpassung zur Verbesserung des Halts auf strukturierten Oberflächen.


  • Bautista Bello et al. (2025): Feldstudie zu kletternden Aroideen in einem mexikanischen Tieflandwald, die innerartliche Unterschiede in Kletter- und Wurzelstrategien hervorhebt


  • Ramachandran et al. (2025): Fassen die Vielfalt der Wurzelarchitekturen über Pflanzenfamilien hinweg, einschließlich Araceae, zusammen und erläutern funktionelle Anpassungen an kontrastreiche Lebensräume.


  • Shanthanu et al. (2024): Bewerteten die Auswirkungen von umhüllten Langzeitdüngern auf Wachstum und Nährstoffstatus bei Philodendron erubescens in unterschiedlichen Wurzelumgebungen.


  • Camacho (2001), Grubb & Coomes (1997), Nawaz et al. (2022): Bieten Habitatkontext und Daten zu Umweltstressreaktionen (z. B. Überflutungstoleranz, Epiphytismus, saisonale Dormanz) bei wilden Aroideen.


Diese Quellen bilden die Grundlage zum Verständnis der Substratansprüche von Aronstabgewächsen jenseits von „Drainage“ – unter Einbeziehung von Sauerstoffbedarf, mikrobieller Unterstützung, Rhizosphären-Porosität, Feuchtigkeitsreaktionen und Wurzel–Substrat-Interaktionen im Zeitverlauf.



Nutze die Tabelle, um den richtigen Substratansatz basierend auf Wuchsform und Wurzeltyp zu finden. Sie ist so konzipiert, dass sie eine schnelle Orientierung bietet, ohne wichtige Hintergrundinformationen zu verlieren.




Schnellübersicht – Substratstrategien nach Gattung & Wuchsform

Gattung (Beispiele)

Wuchsform

Wurzelmerkmale

Substratstrategie

Philodendron (gloriosum, mamei)

Kriechend terrestrisch

Oberflächenrhizom, kein Velamen

Fein-mittlere, atmungsaktive Mischung; Rhizom freilassen; Kokosfaser + Rinde + Kompost + Perlite

Philodendron (hederaceum, erubescens)

Hemiepiphytischer Kletterer

Adventivwurzeln, Velamenentwicklung

Grob strukturiert, rindenbasiert; gute Drainage; unterstützt Luftwurzelentwicklung

Anthurium (veitchii, warocqueanum)

Epiphyt oder Hemiepiphyt

Velamen-Luftwurzeln

Hochporös; Rinde + Bims + Pflanzenkohle; minimale Feinanteile; schnelles Abtrocknen

Anthurium (regale, papillilaminum)

Aufrecht terrestrisch

Dicke Basalwurzeln, kein Velamen

Ausgewogene Struktur; Kokosfaser + Rinde + Kompost + Perlite; feuchtespeichernd und belüftet

Monstera 

Hemiepiphytischer Kletterer

Velamen-Luftwurzeln

Rinde + Bims + Pflanzenkohle; an Alter anpassbar; schnelles Abtrocknen

Scindapsus

Anliegender Kletterer

Adventive Luftwurzeln

Rinde + Perlite + Kokosfaser; kein Torf; moderate Feuchte, hohe Belüftung

Syngonium

Juvenil kriechend → kletternd

Adventivwurzeln

Ausgewogen & luftig; Kokosfaser + Rinde + Perlite; unterstützt Haftung und Kletterübergang

Epipremnum

Anliegender Kletterer

Adventivwurzeln

Rindenreich mit Perlite; anpassungsfähig; moderate Nährstoffversorgung

Rhaphidophora 

Epiphyt oder „Shingler“

Velamen-Luftwurzeln

Schnell abtrocknend; Rinde + Perlite + Pflanzenkohle; torffrei; griffige Oberfläche wichtig

Amydrium 

Variabel/kletternd

Velamenwurzeln, kletternd oder kriechend

Rindenbasis mit Perlite und etwas Kompost; anpassbar an Wuchsformwechsel

Alocasia (zebrina, reginula)

Knollenbildend terrestrisch

Feinwurzeln aus Knolle

Schnell drainierend; Bims + Akadama + Kokosfaser; Knolle an oder knapp unter Oberfläche

Caladium

Knollen-Geophyt

Empfindliche Feinwurzeln

Leicht & luftig; Kokosfaser + Perlite + Rinde; in Ruhephase vollständig austrocknen lassen

Thaumatophyllum 

Halbverholzter Terrestriker

Dicke Basalwurzeln

Mineralreich; Rinde + Bims + Kompost; feste Struktur für große Wurzeln

Spathiphyllum

Rosettenbildend terrestrisch

Faserige, flache Wurzeln

Feuchtespeichernd; Kokosfaser + feine Rinde + Kompost; gleichmäßige Wasserversorgung

Dieffenbachia

Rosettenbildend terrestrisch

Verzweigte Faserwurzeln

Nährstoffreich, aber atmungsaktiv; Kompost + Rinde + Perlite; feuchte, belüftete Mischung

Aglaonema

Rosettenbildend terrestrisch

Flache Faserwurzeln

Kokosfaser + feine Rinde + Perlite; gleichmäßige Feuchte, keine Staunässe

Homalomena

Rosettenbildend terrestrisch

Feine Faserwurzeln

Humusreich; Kokosfaser + Laubkompost + Rinde + Perlite; fördert stetiges Wachstum

Cyrtosperma 

Uferbewohnend terrestrisch

Aerenchymreiche Wurzeln

Feuchtespeichernd, aber belüftet; Kokosfaser + Kompost + Sand; nie staunass

Colocasia 

Feuchtgebiet-Terrestriker

Dicke Basalwurzeln, Aerenchym vorhanden

Kokosfaser + Kompost + Sand + Rinde; gute Drainage, gleichmäßige Feuchte

Xanthosoma

Knollenbildend terrestrisch

Basale Feinwurzeln

Wie Alocasia; Kokosfaser + Bims + Kompost; scharfe Drainage


➜ Bonus: Alternative Substratsysteme – Semi-Hydro & Inerte Setups

Nicht alle Aronstabgewächse wachsen in erd- oder substratbasierten Mischungen. In Haushalten mit niedriger Luftfeuchtigkeit, geschlossenen Systemen oder Sammler-Setups kann Semi-Hydroponik eine leistungsstarke Alternative sein.


Die Verwendung mineralischer Substrate wie Pon, Blähton oder Bims in Selbstbewässerungstöpfen oder Reservoirsystemen kann stabile, sauerstoffreiche Bedingungen schaffen – allerdings nur bei richtiger Handhabung.


Was gut funktioniert:


  • Inerte Materialien wie Pon, Bims oder mineralische Mischungen bieten dauerhafte Struktur und hervorragende Luftdurchlässigkeit.

  • Selbstbewässerungstöpfe oder passive Hydro-Systeme reduzieren das Rätselraten beim Gießen.

  • Semi-Hydro eignet sich besonders für Arten mit Velamenwurzeln (z. B. Anthurium veitchii oder Monstera), die schnelles Abtrocknen und gleichmäßige Feuchtigkeitsversorgung schätzen.



Worauf du achten musst:


  • Alle Nährstoffe müssen über Hydro-Dünger zugeführt werden – es gibt keine organische Substanz, die Mikroben ernährt.

  • Ohne regelmäßiges Spülen sammeln sich Salze schnell an.

  • Der Wechsel von Erde zu Semi-Hydro kann für die Wurzeln ein Schock sein.

  • Nicht erzwingen – Semi-Hydro ist kein „Plug-and-Play“-System. Für die passende Kombination aus Setup und Pflanzenart kann es jedoch ein echter Gamechanger sein.


💡 Shanthanu et al. (2024) stellten fest, dass umhüllte Langzeitdünger das vegetative Wachstum und die Nährstoffaufnahme bei Philodendron in unterschiedlichen Wurzelumgebungen deutlich beeinflussen können – ein Hinweis darauf, dass Düngepläne bei inerten Substraten angepasst werden müssen.


📌 Pflanze auf Semi-Hydro umstellen?



📌 Düngung im Semi-Hydro-System?



Person hält Smartphone über Pflanzarbeitsplatz mit Rinde, Perlit, Bims, Werkzeugen, Topfpflanzen und Kaffeetasse
Planung ist alles – ordne Materialien so, dass das Substrat gezielt auf die Wurzeleigenschaften deiner Pflanze abgestimmt werden kann.


9. Fragen zu Aroid-Substraten


F1: Kann ich Aroids in reiner Kokosfaser kultivieren?


A: Keine gute Idee. Kokosfaser ist zwar nachhaltiger als Torf, speichert aber Wasser zu lange, verdichtet sich leicht und schränkt mit der Zeit die Sauerstoffversorgung ein. Aroids brauchen Luft an den Wurzeln. Immer grobe, poröse Bestandteile wie Rinde, Perlite oder Bims untermischen, um die Mischung atmungsaktiv zu halten.




F2: Sollte ich bei kriechenden Arten wie Philodendron gloriosum das Rhizom abdecken?


A: Nein. Kriechende Aroids wachsen aus oberflächennahen Rhizomen, die Luftkontakt benötigen. Das Vergraben – besonders in dichtem oder nassem Substrat – hält Feuchtigkeit fest und führt oft zu Fäulnis. Rhizom leicht erhöht oder bündig mit der Oberfläche platzieren. In trockenen Wohnungen eine lockere Rindenschicht als obere Lage nutzen, um Feuchtigkeit zu puffern, ohne sie einzuschließen.




F3: Warum verwenden manche Orchideensubstrat für Aroids?


A: Weil sowohl Orchideen als auch epiphytische Aroids viel Luft an den Wurzeln brauchen. Reine Orchideenrinde trocknet jedoch zu schnell und enthält keine Nährstoffe. Für Aroids wie Anthurium veitchii oder Monstera ist sie nur ein Ausgangspunkt – Kokosfaser, Kompost oder Wurmhumus ergänzen, um die Bedürfnisse zu decken.




F4: Welche Mischung, wenn ich die Pflanzenart nicht kenne?


A: Starte mit einem ausgewogenen Allround-Substrat:

  • 30 % Orchideenrinde

  • 30 % Kokosfaser

  • 20 % Perlite

  • 10 % Kompost

  • 10 % Wurmhumus oder Laubkompost


Dann beobachten: Bleiben die Wurzeln gesund, aber das Wachstum ist langsam → Nährstoffanteil erhöhen. Treten Wurzelfäule oder Geruch auf → Drainage und Belüftung verbessern. Die Rückmeldung der Pflanze ist entscheidend.




F5: Kann ich Gartenboden oder handelsübliche Blumenerde für Aroids nutzen?


A: Nicht empfehlenswert. Gartenboden ist zu dicht für Töpfe und kann Schädlinge oder Krankheitserreger enthalten. Die meisten Fertigmischungen sind zudem zu torfhaltig für Aroids, sofern sie nicht aufgelockert werden. Grobe Bestandteile einarbeiten, um Struktur und Luftzufuhr zu verbessern.




F6: Muss ich mein Substrat vor dem Topfen sterilisieren?


A: Meistens nicht. Gesunde Mikroben aus Kompost oder Wurmhumus fördern das Wurzelwachstum. Sterilisation nur erwägen, wenn alte Mischung von einer kranken Pflanze wiederverwendet wird, bei hartnäckigem Trauermückenbefall oder aktiver Wurzelfäule. Sonst frische Komponenten und gute Belüftung nutzen.




F7: Ist Semi-Hydro (z. B. Blähton oder Pon) für Aroids geeignet?


A: Kann funktionieren – hängt aber vom Setup ab. Semi-Hydro-Mischungen erfordern:

  • Stetige Luftbewegung an der Basis

  • Vollwertigen Flüssigdünger

  • Regelmäßiges Spülen, um Salzablagerungen zu vermeiden


Viele kletternde oder aufrechte Aroids passen sich gut an, rhizomtragende Kriecher können sich in komplett inertem Medium jedoch schwertun.




F8: Wann sollte ich das Substrat wechseln oder auffrischen?


A: Auf diese Frühwarnsignale achten:

  • Substrat bleibt nass oder riecht muffig

  • Wasser läuft durch, Wurzeln bleiben aber trocken

  • Rinde ist matschig oder zerfallen

  • Wurzeln wachsen aus dem Topf

  • Wachstum stagniert trotz guter Pflege


Treten zwei oder mehr Punkte auf, Mischung auffüllen, erneuern oder komplett austauschen.




F9: Ist eine grobe Mischung immer besser für Aroids?


A: Nicht unbedingt. Rindenreiche Mischungen funktionieren gut für Epiphyten, aber terrestrische Arten wie Dieffenbachia oder Philodendron gloriosum benötigen oft feinere, feuchtespeichernde Substrate. Die Mischung muss zum Wurzeltyp und Lebensraum passen – nicht zu Social-Media-Trends.




F10: Was ist der Unterschied zwischen Luft-, Fein- und Adventivwurzeln?

  • Feinwurzeln wachsen im Substrat und nehmen Wasser sowie Nährstoffe auf – das faserige Grundgerüst der meisten Aroid-Wurzelsysteme.

  • Luftwurzeln wachsen oberhalb des Substrats aus Stängeln oder Knoten, helfen beim Klettern, Stabilisieren oder Festhalten; manche nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf.

  • Adventivwurzeln entstehen aus Nichtwurzelgewebe wie Stängeln oder Blattstielen. Sowohl Luft- als auch Bodenwurzeln können adventiv sein – der Begriff bezieht sich nur auf den Entstehungsort, nicht auf die Funktion.


📌 Kurzfassung:


  • Feinwurzeln = Wasser- & Nährstoffaufnahme

  • Luftwurzeln = Klettern, Halt, ggf. Feuchtigkeitsaufnahme

  • Adventivwurzeln = Entstehen aus Stängeln oder ungewöhnlichen Positionen



Ausgewachsene Monstera deliciosa wächst auf einem Felsen mit langen Luftwurzeln in tropischer Umgebung
So gedeiht Monstera in der Natur – hoch verankert und mit Luftwurzeln im offenen Raum. Das Substrat zu Hause sollte diese Bedingungen nachahmen.


10. Abschließende Gedanken – Aronstabgewächse wollen keine „Mischung“. Sie wollen eine Strategie.


Dein Aroid bittet nicht um eine „grobe Mischung“.


Es verlangt nach:


  • Genügend Sauerstoff zum Atmen

  • Ausgewogener Feuchte – weder durchnässt noch knochentrocken

  • Einer Wurzelumgebung, die ihrem natürlichen Lebensraum entspricht: Rindenspalten, Regenwaldboden, Sedimente von Überschwemmungsgebieten


Das Substrat ist nicht einfach nur etwas, das die Pflanze festhält – es ist die Grundlage für alles, was oberhalb der Oberfläche passiert. Wenn es versagt, funktioniert nichts anderes – egal wie gut Licht oder Luftfeuchtigkeit sind. Und Aroid-Wurzeln sind dynamisch. Sie verändern sich mit dem Wachstum der Pflanze, mit den Jahreszeiten und mit den Bedingungen in deinem Zuhause. Deine Mischung muss Schritt halten.



Entwickle einen klügeren Ansatz

Anstatt die Rezeptur anderer zu kopieren, baue deine eigene in fünf Schritten auf:


  1. Ermittle, wie deine Pflanze natürlich wächst – kriechend, kletternd, aufrecht oder gemischt

  2. Verstehe das Wurzelsystem – mit Velamen, rhizomatös, faserig oder knollenbasiert?

  3. Lies die Signale der Pflanze – Neuaustriebe, Wurzelspitzen und Trocknungsgeschwindigkeit sagen dir viel

  4. Ändere immer nur eine Variable – Luftzufuhr, Wasserhaltevermögen, Struktur oder Nährstoffversorgung

  5. Behandle deine Mischung wie ein lebendiges System – nicht wie einen statischen Beutel mit Zutaten


💡 Eine flexible Mischung schlägt eine „perfekte“ – jedes Mal.



Was du als Nächstes tun solltest:

  • Prüfe deine aktuellen Substrat-Setups

  • Bestimme für jede Pflanze Wuchsform und Wurzeltyp

  • Passe die Mischung an – mit den drei Kernpfeilern: Luftzufuhr, Wasserbalance, strukturelle Stabilität

  • Beobachte, wie das Substrat trocknet, wie sich die Wurzeln verhalten und ob sich das Neuwachstum verbessert



Und wenn eine Pflanze schwächelt?


📌 Nicht sofort dir selbst die Schuld geben – zuerst den Wurzelbereich prüfen.

Oft liegt dort sowohl das eigentliche Problem als auch die Lösung.



Bereit, dir die Hände schmutzig zu machen?

Alles Nützliche – von Rinde über Bims bis Kokosfaser – findest du in unserem Bereich für Pflanz- und Substratzubehör.


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Pflanzsubstrate und Erdmischungen – Individualität für deine Pflanzen Die richtige Erde ist entscheidend für das Wohlbefinden deiner Pflanzen, und manchmal lohnt es sich, die perfekte Mischung selbst herzustellen. Bei uns findest du nicht nur fertige Pflanzsubstrate, sondern auch hochwertige Einzelkomponenten, um deine Erde individuell anzupassen. Mit Materialien wie Bimsstein, lebendem Sphagnum-Moos, Kokosfasern, Aktivkohle und anderen Zusatzstoffen kannst du das ideale Substrat für jede Pflanzenart kreieren. Bimsstein sorgt für optimale Drainage und verhindert Staunässe, während Sphagnum-Moos Feuchtigkeit speichert und gleichzeitig luftdurchlässig bleibt. Kokosfasern sind eine nachhaltige Alternative zu Torf und bieten eine leichte, lockere Struktur. Aktivkohle ist ideal, um überschüssige Feuchtigkeit zu binden und die Erde sauber zu halten – besonders nützlich in geschlossenen Systemen wie Terrarien. Mit Sand, Perlit oder Rinde kannst du deine Mischung weiter verfeinern, um die Bedürfnisse von Orchideen, Kakteen oder tropischen Pflanzen optimal zu erfüllen. Ob du dein Substrat von Grund auf selbst zusammenstellen oder einfach bestehende Erde aufwerten möchtest – bei uns findest du alles, was du dafür brauchst. Stöbere jetzt in unserem Sortiment an Substratzusätzen und mische die perfekte Grundlage für gesunde, kräftige Pflanzen. Bestelle deine Komponenten online und werde zum Erdmisch-Profi!



11. Glossar – Begriffe rund um Aroid-Substrate

Begriff

Definition

Aerenchym

Schwammartiges Gewebe, das Sauerstoff innerhalb der Wurzeln unter sauerstoffarmen Bedingungen transportiert; typisch bei sumpfadaptieren Aroideen wie Colocasia.

Adventivwurzeln

Wurzeln, die aus Stängeln, Knoten oder Internodien entstehen; dienen dem Klettern, Verankern und Erkunden; häufig bei kletternden Aroideen.

Basalwurzeln

Wurzeln, die aus der Basis des Stängels oder einer Knolle entspringen; sorgen für Stabilität sowie Nährstoff- und Wasseraufnahme.

Bulkdichte

Maß für die Verdichtung eines Substrats (g/cm³); hohe Dichte verringert den Luftporenanteil und hemmt das Wurzelwachstum.

Dormanzauslöser

Umwelt- oder physiologische Signale, die bei bestimmten Aroideen die Ruhephase einleiten und Einfluss auf Bewässerung und Substratwahl haben (Daawia et al. 2024; Krisantini et al. 2024).

Drainage

Fähigkeit eines Substrats, überschüssiges Wasser schnell abzuführen, um Staunässe und Wurzelfäule zu verhindern.

Epiphyt

Pflanze, die auf Bäumen oder Felsen ohne Erde wächst und Feuchtigkeit aus Regen, Luft oder organischen Ablagerungen bezieht.

Feinwurzeln

Feine, stark verzweigte Wurzeln zur Nährstoff- und Wasseraufnahme; benötigen lockere, belüftete und mikrobenreiche Substrate.

Hemiepiphyt

Aroidee, die im Boden startet und später auf Bäume klettert; benötigt vielseitige Substratbedingungen (z. B. Monstera, Philodendron).

Inertes Substrat

Nicht-organisches Material wie Bims oder Perlite; verbessert Struktur und Belüftung, liefert jedoch keine Nährstoffe.

Kokosfaser

Faser aus der Kokosnussschale; speichert Feuchtigkeit, kann sich jedoch ohne grobe Strukturgeber verdichten.

Kriechendes Rhizom

Waagerecht wachsender Spross an oder oberhalb der Substratoberfläche; muss für den Luftaustausch frei bleiben; z. B. bei Philodendron gloriosum.

Laubkompost

Zersetztes Laubmaterial, reich an nützlichen Pilzen und Mikroorganismen; verbessert Bodenbiologie und Struktur.

Mikroborsten

Kleine, feste Auswüchse bei manchen kletternden Aroideen (Lehnebach et al. 2022), die den Halt auf strukturierten Oberflächen verbessern.

Organische Substanz

Bestandteile im Substrat, die sich zersetzen (z. B. Kompost, Wurmhumus) und Nährstoffe sowie mikrobielle Unterstützung liefern.

Porosität

Anteil der Luftporen in einem Substrat; entscheidend für Sauerstofffluss und Wurzelgesundheit (ideal: 60–75 %).

Reaktion auf Oberflächenrauigkeit

Veränderung der Wurzelhaftung und -struktur je nach Substrattextur (Tay et al. 2022).

Rhizom

Horizontal wachsender Spross an oder über der Substratoberfläche; sollte frei bleiben, um Fäulnis zu vermeiden.

Struktur

Physische Textur einer Mischung; bestimmt, wie gut sie Wurzeln stützt und belüftet.

Substrat

Pflanzmedium, in dem Wurzeln wachsen; muss Halt, Sauerstoff, Feuchtigkeit und Nährstoffe liefern.

Velamen

Schwammige Außenhülle an Luftwurzeln, unterstützt Wasser- und Gasaustausch; typisch bei Monstera und Anthurium.

Wurmhumus

Organischer Dünger aus Wurmexkrementen; nährstoffreich, schonend und voller Mikroorganismen.

Wurzelfäule

Schädigung des Wurzelsystems durch unzureichende Drainage und Sauerstoffmangel; führt zu zersetztem, funktionslosem Gewebe.




12. Quellen und weiterführende Literatur

Für alle, die das Thema vertiefen möchten, bieten die folgenden Quellen wissenschaftliche Einblicke, Hintergrundstudien und relevante Fachliteratur:


Ramachandran P, Ramirez A, Dinneny JR. Rooting for survival: how plants tackle a challenging environment through a diversity of root forms and functions. Plant Physiol. 2024 Dec 23;197(1):kiae586. 10.1093/plphys/kiae586. PMID: 39657006; PMCID: PMC11663570.


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