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Hoya globulosa – samtige Himalaya-Kletterpflanze mit perfekt kugelrunden Blüten

Hoya globulosa ist eine auffällige, kühl wachsende Art aus dem östlichen Himalaya – vor allem aus Sikkim (Indien), mit weiteren Vorkommen in Myanmar, Südwestchina, Laos und Nordthailand. Sie gehört zur Hoya-Sektion Eriostemma, einer Gruppe, die für ihre weich behaarten Blätter und kugelförmigen Blütendolden bekannt ist.

Sammler:innen schätzen Hoya globulosa für ihr skulpturales Erscheinungsbild: große, leicht gewellte, samtig überzogene Blätter mit deutlich gezeichneter, netzartiger Aderung. Schon ohne Blüten wirkt sie wie ein lebendes Kunstobjekt – elegant, strukturiert und sofort erkennbar zwischen glatteren Hoya-Arten.

Wuchs und Struktur

Diese Art wächst als windende, epiphytische Kletterpflanze mit kräftigen, halbhölzernen Trieben, die mit Rankhilfe mehrere Meter lang werden können. Junge Triebe sind dicht mit feinen, kurzen Haaren besetzt, was ihnen im Licht einen silbrigen Schimmer verleiht. Die Internodien liegen meist zwischen 10 und 15 cm, ältere Triebe verholzen leicht.

Die Blätter erreichen etwa 11–13 cm Länge und 5–9 cm Breite. Ihre sanft gewellten Ränder brachten der Art im Handel den Beinamen „Wavy-Leaf Hoya“ ein. Die Blattstiele sind rund 2 cm lang und fein behaart. Mit zunehmendem Alter glättet sich die Oberfläche leicht, bleibt aber stark geadert.

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet auf 800–1800 m Höhe wächst Hoya globulosa auf bemoosten Ästen oder Felsen in nebeligen Bergwäldern. Diese Umgebung ist hell, aber nie grell, kühl in der Nacht und gut durchlüftet – Bedingungen, die sich auch im Wohnraum bewähren.

Blüten und Duft

Nach etwa zwei bis drei Jahren bildet eine gut eingewachsene Pflanze beeindruckende, hängende Dolden mit 20–30 cremeweißen Blüten. Jede Dolde sitzt an einem 7–10 cm langen Blütenstiel. Die einzelnen Blüten sind rund 1,3 cm groß, mit kurzen, zurückgebogenen Kronzipfeln – so entsteht die perfekte Kugelform, die der Art ihren Namen gab.

Die innere Nebenkrone zeigt an der Basis einen zarten Rosaton. Abends verströmen die Blüten einen leichten, honig-würzigen Duft – eine Anpassung an nachtaktive Falter, die sie in ihrer Heimat bestäuben. Jede Blüte hält etwa fünf bis sieben Tage, und die Dolden öffnen sich nacheinander über Wochen hinweg von Frühling bis Sommer.

Pflege und Kultur

Hoya globulosa wächst am besten, wenn man ihre Herkunft aus den kühlen, luftigen Bergwäldern berücksichtigt – helle, indirekte Beleuchtung, frische Luftbewegung und keine Staunässe sind entscheidend.

  • Licht: Heller Standort mit gefiltertem Licht oder milder Morgensonne fördert kräftiges, fein geadertes Blattgrün und regelmäßige Blüte.
  • Temperatur: Ideal sind 18–24 °C am Tag und leicht kühlere Nächte; kurzfristig werden auch 15 °C gut vertragen.
  • Gießen: Erst wässern, wenn die obersten 2–3 cm des Substrats abgetrocknet sind. Die fein behaarten Blätter reagieren empfindlich auf Dauernässe.
  • Substrat: Sehr luftiges Gemisch aus feiner Rinde, Perlit und Sphagnum oder Kokoschips, das epiphytisches Wurzelverhalten nachbildet.
  • Luftfeuchtigkeit: 50–70 % sind ideal, kombiniert mit leichter Luftzirkulation gegen Blattflecken.
  • Rankhilfe: Ob Rankgitter, Reifen oder Hängeampel – Hauptsache, die Triebe können klettern oder elegant herabhängen.
  • Düngung: Alle zwei bis vier Wochen während des Wachstums schwach dosiert mit einem ausgewogenen Dünger versorgen.

Bei stabilen Bedingungen blüht diese Hoya zuverlässig jedes Jahr und behält ihre Blütenstände (Pedunkel) für wiederkehrende Blüten.

Verwandtschaft und Systematik

Die US-Hoya-Expertin C. M. Burton vermutete, dass Hoya globulosa Hook.fil. und Hoya villosa Constantin (1912) aus Laos, Vietnam und Kambodscha dieselbe Art oder sehr nahe Verwandte sein könnten. Beide zeigen weiche, behaarte Triebe, stark geäderte Blätter und ähnliche Blüten. Constantin schrieb den Artnamen 1912 versehentlich als Hoya globosa – ein Tippfehler, der sich jahrzehntelang hielt, bevor er korrigiert wurde.

Unabhängig von der Klassifizierung bleibt Hoya globulosa eine der markantesten Arten der Eriostemma-Gruppe und ein echter Klassiker unter den kühl wachsenden Hoyas.

Blüte & Saisonhinweise

  • Blütezeit: Meist von Frühjahr bis Frühherbst.
  • Blütendauer: Einzelne Blüten halten 5–7 Tage; Dolden blühen nacheinander auf.
  • Erste Blüte: Nach etwa zwei bis drei Jahren bei guten Lichtbedingungen.
  • Schnitt: Nur abgestorbene oder verwachsene Triebe entfernen, Pedunkel stehen lassen.
  • Vermehrung: Stecklinge wurzeln zuverlässig in warmem, hell-schattigem Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Sicherheit

Wie die meisten Hoyas enthält auch Hoya globulosa etwas Milchsaft (Latex), der bei empfindlicher Haut leicht reizen kann. Die Art gilt jedoch nicht als stark giftig für Haustiere. Nach dem Schneiden oder Umtopfen Hände waschen genügt.

Namensherkunft

Der Artname globulosa stammt vom lateinischen globulus = „kleine Kugel“ und bezieht sich auf die perfekt runden Blütendolden. Beschrieben wurde sie 1882 von Joseph Dalton Hooker und zählt bis heute zu seinen elegantesten Himalaya-Entdeckungen.

Häufige Fragen zu Hoya globulosa

1. Wie schnell wächst Hoya globulosa?
Mäßig schnell. Vom Steckling bis zur ersten Blüte vergehen meist zwei bis drei Jahre. Gut eingewachsene Pflanzen treiben dann zügig neue Ranken.

2. Warum sind die Blätter gewellt?
Das ist artbedingt – die sanft gewellten Blattränder sind typisch und kein Zeichen für Pflegefehler. Sie können je nach Licht und Wasser leicht variieren.

3. Wie viel Licht braucht sie im Innenraum?
Heller Standort mit gefiltertem Licht, z. B. an Ost- oder Südfenstern hinter Vorhängen. Direkte Mittagssonne vermeiden, zu wenig Licht verzögert die Blüte.

4. Mag Hoya globulosa enge Töpfe?
Etwas Wurzeldruck kann die Blütenbildung fördern, trotzdem sollte das Substrat locker und durchlässig bleiben. Alle zwei bis drei Jahre leicht größer umtopfen.

5. Welches Temperatur-Spektrum verträgt sie?
Optimal sind 18–24 °C tagsüber und kühlere Nächte. Kurzzeitig hält sie auch 15 °C aus, längere Kältephasen bremsen jedoch das Wachstum.


Warum Hoya globulosa ein Muss für Sammler:innen ist

Sie vereint alles, was Hoyas faszinierend macht – Struktur, Geometrie und Duft – und bleibt dennoch pflegeleicht. Die samtigen Blätter wirken wie feines Wildleder, die Blütendolden wie perfekt geformte Miniaturkugeln. Wer kühler wachsende Hoyas liebt oder einen Kontrast zu Arten wie Hoya carnosa oder Hoya kerrii sucht, findet in Hoya globulosa pure Himalaya-Eleganz.


Kurz gesagt:
Hoya globulosa ist eine samtige, langsam rankende Art aus den Nebelwäldern des Himalaya. Sie gedeiht in hellem, kühlem, luftigem Klima und belohnt Geduld mit makellosen Kugelblüten und charaktervollen Blättern – ein Highlight für echte Hoya-Liebhaber:innen.

Hoya globulosa (villosa)

  • Hoya globulosa ist etwa 10–15 cm hoch und wird im ⌀ 2 cm Plug geliefert.

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